Die Kirchgemeinde Kapellendorf
Kirchgemeinde Kapellendorf


Kapellendorf Über die Gemeinde
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Kulturgüter
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Kapellendorf ist berühmt für seine "Wasserburg". Sie war im Besitz der Grafen von Kirchberg. Burggraf Dietrich III von Kirchberg gründete 1235 in Kapellendorf ein Zisterzienserinnenkloster, das 1527 infolge der Reformation geschlossen wurde.



Mehr über den Ort Kapellendorf erfahren Sie auf der Website des Ortes Kapellendorf .

Kapellendorf

Kapellendorf ist die Muttergemeinde des Kirchspiels. Zu ihr gehören 123 Christen. Die meisten übergemeindlichen Veranstaltungen des Kirchspiels finden hier im Pfarrhaus statt.



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St. Bartholomäus

Vermutlich wurde eine erste Kirche in Kapellendorf mit oder kurz nach der Dorfgründung in den ersten Jahren des 9.Jh. errichtet. Von dieser Kirche ist wohl nichts mehr erhalten.

In den folgenden Jahrhunderten gab es vielfache Umbauten und Sanierungsarbeiten.
Da die Kirche nicht heizbar ist, finden in ihr nur im Sommer Gottesdienste statt.


Kapellendorf verfügt über eine der ältesten bekannten Kirchen Thüringens. Eine erste Kirche hat an dieser Stelle bereits in der Zeit um 800 bestanden. Sie prägte den Namen des Ortes: Kapellendorf. Als adelige Eigenkirche gegründet, kam das Gotteshaus schon in früher Zeit durch Schenkung an das Reichskloster Fulda. Im 12. Jahrhundert war die Pfarrkirche Lehensbesitz der Burggrafen von Kirchberg, die hier im Jahre 1235 ein Zisterzienserinnenkloster gründeten. Der Nonnenkonvent bestand drei Jahrhunderte lang.
Seit 1527, nach Aufhebung des Klosters im Zuge der Reformation, dient das Kapellendorfer Gotteshaus wieder allein als Gemeindepfarrkirche. Zahlreiche erhaltene Grabdenkmäler im Inneren zeugen von ihrer großen Bedeutung als Begräbnis- und Gedächtnisort in Spätmittelalter und früher Neuzeit.

Das Kirchengebäude spiegelt die lange, wechselvolle Geschichte des Gotteshauses wieder:
Vom ersten, vermutlich hölzernen Kirchenbau der Zeit um 800 liegen bislang keinerlei Befunde vor.
Erhalten haben sich aber umfangreiche Reste des ältesten Steinbaus. Dazu gehören umfangreiche Mauerwerkspartien im Westteil der Kirche mit je einem schmalen Rundbogenfenster auf Nord- und Südseite. Im Norden ist der ehemalige, später vermauerte Zugang zur Kirche erhalten. Der hölzerne Türsturz datiert den Kirchenbau auf um 1080/90. Durch Grabung konnte festgestellt werden, dass der Westgiebel dieser Kirche ca. 3,50 m westlich des heutigen lag (im Bauphasenplan noch nicht berücksichtigt). Im Osten schloss die Kirche des späten 11. Jahrhunderts ungefähr dort mit einer Apsis oder einem rechteckigen Altarraum ab, wo das erhaltene Mauerwerk des ältesten Baus von jüngerem abgelöst wird.
Die Kapellendorfer Kirche wurde im 12. Jahrhundert tiefgreifend umgebaut und nach Osten hin beträchtlich erweitert. Im Westen wurde eine Empore eingebaut, die über einen hochgelegenen Zugang im Norden zu betreten war. Sie diente den Burggrafen von Kirchberg, um hier abgesondert von der einfachen Bevölkerung am Gottesdienst teilzunehmen. Der damals neu errichtete Abschluss der Kirche im Osten ist bislang unbekannt.
Die vergrößerte Dorfkirche mit ihrer Herrschaftsempore wurde nach 1235 zur Klosterkirche ausgebaut. Im Norden und Süden wurden eine Reihe von rundbogigen Fenstern aufgesetzt. Die Empore wurde für den Konvent der Nonnen vergrößert. Im Süden wurde ein Seitenschiff angebaut, wofür ein Teil des Mauerwerks weichen musste, der durch drei große Rundbögen ersetzt wurde.
1505, nur wenige Jahre vor der Reformation, wurde der neu errichtete spätgotische Altarraum als jüngstes Bauteil geweiht.
Nach der Aufhebung des Klosters Kapellendorf im Jahre 1527 wurde die äußere Hülle des Gotteshauses nur wenig verändert. Das südliche Seitenschiff wurde um 1577 abgetragen und die großen, zum Hauptschiff öffnenden Bögen vermauert. In späterer Zeit musste der Westgiebel in Folge von Bauschäden erneuert werden, und die kleinen Fenster wurden durch große barocke Rechteckfenster ergänzt. Auch das Innere der Kirche war bis in die 1970er Jahre barock gestaltet.
Erst im Zuge der damals notwendigen , 1983 abgeschlossenen, Sanierungen wurden diese Einbauten entfernt, die Rundbögen wieder geöffnet und verglast und einzelne barocke Fenster verschlossen. Die Gestalt der ehemaligen Klosterkirche ist so weitgehend wiederhergestellt worden.
Dr. Helge Wittmann


Viele Details zur Geschichte und Architektur der Kapellendorfer Kirche werden in der Aufsatzsammlung "Die Kirche von Kapellendorf - Studien zu Geschichte und Architektur einer ländlichen Pfarr- und Klosterkirche", herausgegeben von Dr. H. Wittmann, erschienen im Michael Imhof Verlag 2003, erläutert. Sie erhalten das Buch entweder im Pfarramt Kapellendorf oder im online-Shop des Verlages (Icon anklicken).

Am 1. Juni 2003 konnte in der Kirche die neue Orgel geweiht werden. Die alte war bei Sanierungsmaßnahmen Anfang der 80-er Jahre unsachgemäß ausgebaut und gelagert worden und dadurch irreparabel beschädigt. So entschlossen sich die Kapellendorfer zum Kauf einer elktronischen Orgel. Die gesampelten Töne werden von Lautsprechern, die hinter dem alten Orgelprospekt aufgebaut sind naturgetreu abgestrahlt.


Im Frühjahr 2007 konnte die Kirchgemeinde mit Unterstützung des Dorfes Kapellendorf und des Kreiskirchenamtes Gotha den Turm und den Chorraum neu verschiefern.

Im Jahre 2009 wurde ebenfalls mit Unterstützung des Dorfes das Langhaus mit denkmalgerecht gedeckt. Über die Arbeiten finden Sie hier die Fotodokumentation des begeleitenden Architekurbüros.

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Epitaph

Die auffälligste Grabplatte der Kirche in Kapellendorf ist die des Burggrafen Albrecht III von Kirchberg und seiner Gemahlin Margareta von Kranichfeld aus dem Jahre 1410.

Unten kniend, betend ist links der Burggraf auf einem Löwen und rechts seine Gemahlin auf einem Hund dargestellt. In der Mitte über den beiden Christus mit Dornenkrone und Geißel. Rechts und links von ihm die jeweiligen Familienwappen Löwe bzw. Kranich.


Eisentruhe

Zum Besitz der Kirchgemeinde gehört auch diese Eisentruhe. Ihr Alter ist schwer zu bestimmen. Sie ist dringend sanierungsbedürftig. Die Kirchgemeinde bemüht sich, private Sponsoren zur Erhaltung dieses wertvollen Möbelstückes zu finden.

Für alle Kunstinteressierten:

Die Truhe ist leider weder im Pfarrhaus noch in der Kirche gelagert und daher nicht öffentlich zugänglich.


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